Einen vertrauenswürdigen Datenraum für die Schweiz

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Am Montag, 6. Mai, folgten über 50 Personen der Einladung von SATW und Swiss Data Alliance zum Projektworkshop Swiss Data Space. Dort wurde der Entwurf eines Manifests für einen vertrauenswürdigen Datenraum in der Schweiz diskutiert.

Dr. Esther Koller, Stellvertretende Generalsekretärin der SATW und Leiterin Produktentwicklung, begrüsste die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Loft Corner des Impact Hubs Zürich. Das breite Teilnehmerfeld umfasste alle möglichen Stakeholder eines solches Unterfangens sowie ausgewählte, hochkarätige Vertreterinnen und Vertreter der Bundesverwaltung und Wissenschaft sowie von Verbänden und verschiedenen Industriebranchen. André Golliez, Präsident der Swiss Data Alliance (SDA) und Verfasser des Manifests, erörterte in einigen Worten den Hintergrund des Workshops und die Motivation für den Aufbau eines Swiss Data Space. Alle Stakeholder würden von einem solchen Datenraum profitieren und könnten auf diese Weise von ihnen erfasste, generierte und aufbewahrte Daten unter vertrauenswürdigen und fairen Bedingungen teilen und nutzen. Zu diesen Stakeholdern zählen sowohl Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Forschungsinstitutionen und weitere Organisationen sowie insbesondere auch die Bürgerinnen und Bürger der Schweiz. Mit zwei inspirierenden Impulsreferaten wurden die Teilnehmenden auf die anschliessende Diskussion eingestimmt.

Roger Dubach, Botschafter und Vizedirektor der Direktion für Völkerrecht vom EDA, berichtete von den Arbeiten der interdepartementalen Arbeitsgruppe zu künstlicher Intelligenz und deren Erkenntnisse zu den Themen Datenverfügbarkeit, Datennutzung und Rechtssicherheit.

Abraham Bernstein, Professor an der Universität Zürich, Direktor der Digital Society Initiative und Präsident der Leitungsgruppe des NFP 77 Digitale Transformation, positionierte den Swiss Data Space im Rahmen der digitalen Transformation in der Schweiz. 

Anschliessend ging es in die moderierten Gruppendiskussionen. In sechs Untergruppen wurden die einzelnen Bestandteile des Manifests genauer unter die Lupe genommen. Diskutiert wurden die Vision, die Struktur, Prinzipien für den Aufbau, eine mögliche Trägerschaft sowie eine allfällige Roadmap für einen Swiss Data Space.

Die jeweiligen Inputs aus den interdisziplinären Gruppen wurden am Schluss dem Plenum präsentiert und diskutiert. 

Was bereits durch das rege Interesse am Workshop angedeutet wurde, wiederspiegelte sich in den Gruppendiskussion: Es besteht ein allgemeines Bedürfnis nach Rahmenbedingungen für einen geregelten und vertrauenswürdigen Datenaustausch in der Schweiz. Insofern stiess die Idee eines Swiss Data Space bei den Anwesenden auf breite Unterstützung. Jedoch stellen sich auch zahlreiche Grundsatzfragen, die im Dokument noch zu wenig adressiert wurden. So beispielsweise welche Daten wie ausgetauscht werden sollten und welcher konkrete Mehrwert für die einzelnen Stakeholder daraus resultiert. Diese und weitere Punkte werden in einem nächsten Schritt unter Einbezug der jeweiligen Domänenexpertinnen und -experten ergänzt und verfeinert. Anschliessend ist vorgesehen, das Dokument zu publizieren und konkrete Schritte zur Umsetzung des Vorgehens einzuleiten. Die SDA und die SATW werden dieses für die Zukunft der Schweiz sehr wesentliche Thema auf jeden Fall weiter gemeinsam verfolgen.

Quelle: www-satw.ch