Münch auf Potsdamer Sicherheitskonferenz: „Zahl der digitalen Straftaten steigt“

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Münch auf Potsdamer Sicherheitskonferenz
7. Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit; von links: Prof. Christoph Meinel (Direktor des Hasso-Plattner-Instituts), Wilfried Karl (Präsident ZITIS), Michael Niemeier (Vizepräsident des BfV), Generalmajor Werner Sczesny (Vizepräsident des BND), Holger Münch (Präsident BKA). Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/22537 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/HPI Hasso-Plattner-Institut/Kay Herschelmann"

Auf der 7. „Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit“ bringt das Hasso-Plattner-Institut (HPI) über zwei Tage die deutschen und europäischen Sicherheitsbehörden mit hochrangigen Vertretern der Politik, der wichtigsten IT-Konzerne, der Wissenschaft sowie der Zivilgesellschaft zusammen.

Am ersten Tag der Konferenz standen die aktuelle Cybersicherheitslage und neue Technologien im Bereich Cybersicherheit im Vordergrund. Wir haben einige Zitate für Sie zusammengestellt.

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes

   - "Cybercrime ist für uns eine große Herausforderung. Wir sehen, 
     dass Kriminalität digitaler, vernetzter und internationaler 
     wird."
   - "Klassische Delikte wie Erpressung oder Betrug finden zunehmend 
     im Netz statt."
   - "Die Zahl der digitalen Straftaten steigt" - das sei gegen den 
     Trend, da die Zahl der Gesamtkriminalität in den letzten Jahren 
     rückläufig war. Dabei sei der Polizei - aufgrund der hohen 
     Dunkelziffer - nur ein geringer Teil der Cybercrimefälle 
     bekannt. 

Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik

   - "Mittlerweile sind Ransomware-Angriffe professioneller und 
     weiter ausgeweitet worden. Jeder kann davon betroffen sein, der 
     normale Bürger, das kleine mittelständische oder große 
     Unternehmen."
   - "Das Narrativ der BOTs wird erzählt in den sozialen Medien - in 
     Facebook, Twitter, usw. Und die haben hier eine ganz besondere 
     Verantwortung. Darum haben wir gerade gegenüber den Sozialen 
     Medien und Anbietern die Kooperationen deutlich ausgebaut." 

Wilfried Karl, Präsident der Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich betonte in seiner Keynote eine starke Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Produkten und Unternehmen, die Marktführer und Technologietreiber würden außerhalb Europas sitzen.

   - "Man muss sich die Frage stellen: Woher kommen die Fähigkeiten 
     unserer Sicherheitsbehörden in einem Krisenfall?" - das müsse 
     kein militärischer Konflikt sein, sondern es reiche, wenn sich 
     Exportregularien änderten. 

Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren

   - "Unsere digitale Verwundbarkeit steigt. Digitalisierung, 
     Cybersicherheit und Datenschutz sind untrennbar miteinander 
     verbunden."
   - "Die Erfahrung zeigt, dass eine rein defensive Cyberabwehr 
     künftig nicht mehr reichen wird. Wir benötigen als letzten 
     Schritt auch Möglichkeiten, für eine aktive zivile Abwehr." 

Prof. Christoph Meinel, Gastgeber und Direktor des Hasso-Plattner-Instituts

   - Zur rasanten digitalen Einwicklung und Bedeutung einer digitalen
     Aufklärung: "Hier passiert etwas, dass es historisch in der 
     Menschheitsgeschichte noch nicht gab. Wir haben mit Raum, Zeit 
     und Gravitation gelernt umzugehen. Nun entsteht eine neue, 
     zweite Ebene: die digitale, die ganz anderen Gesetzen 
     unterliegt. Raum und Zeit spielen keine Rolle. Den Umgang mit 
     dieser neuen digitalen Welt müssen wir erst lernen." 

Der Hashtag zur Veranstaltung lautet: #HPI_Security

Die einzelnen Vorträge der Referenten sind an den Konferenztagen im Live-Stream auf www.tele-task.de/live/ zu finden.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem Bachelorstudiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatikstudium an, das von derzeit rund 500 Studierenden genutzt wird. In den vier Masterstudiengängen „IT-Systems Engineering“, „Digital Health“, „Data Engineering“ und „Cybersecurity“ können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 15 Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.

Quelle: Presseportal.de